Eine melancholische Art von Garten

Der Nienstedtener Friedhof ist ein stattlicher, alter Friedhof, eingewachsen in die Gegend, angelegt vor 200 Jahren am Ufer der Elbe, auf der Pastorenkoppel an der heutigen Elbchaussee. Eröffnet wurde er in den Zeiten der Aufklärung, als die Bestattungen nicht mehr in den Kirchen und auf den Kirchhöfen stattfanden, sondern neben die Kirchen oder auch vor die Stadt verlagert wurden. Bestattet wurden hier Gärtner und Diplomaten, Abenteurer und Kapitäne, eine Volksschauspielerin (Heidi Kabel natürlich), ein Reichskanzler und viele Kaufleute, einige Literaten: Hans Henny Jahnn und Hubert Fichte, sowie die streitbare Theologin Dorothee Sölle. Gut 20.000 Menschen wurden hier zur letzten Ruhe gebettet.

Das Buch GARTEN DER ERINNERUNG führt zu den alten Steinen, den Stieleichen und Blutbuchen, den Mausoleen und Grabmalen. Es erzählt von den Menschen und Familien, die hier bestattet wurden. Von Bauten und Bäumen. Von Stille und Versammlung. Fünfzehn Autorinnen und Autoren haben auf ihre jeweils eigene Art zu dem Buch beigetragen: Astrid Fiehland van der Vegt, Hans-Martin Gutmann, Doralies Hüttner, Klaas Jarchow, Gert Kähler, Eberhard Kändler, Hella Kemper, Rainer Kolbe, Birgit Lahann, Vera Lindemann, Hans-Helmut Poppendieck, Tilmann Präckel, Dorothee Sölle (†) und Fulbert Steffensky.

Die mehr als 300 Fotografien stammen von Andreas Fromm. Dokumente und Pläne ergänzen seine Abbildungen. Beschrieben und abgebildet wurde die Geschichte eines besonderen Ortes. Sehr persönliche Betrachtungen stehen neben historischen, kunsthistorischen, botanischen oder theologischen Texten.

Das Buch enthält alle Nachnamen der Grabsteine des Nienstedtener Friedhofs. Zur besseren Orientierung ist dem Buch ein herausnehmbarer Plan des Friedhofs beigefügt, der zu Gräbern und besonderen Orten und auch Pflanzen führt.

Fotos von Andreas Fromm