Wo das Leben beginnt

Wo das Land endet, beginnt das Meer. Es gibt Menschen, für die »Land’s End« genau der Ort ist, an dem das Glück ruft. Segeljournalist Detlef Jens ist so einer. Er führt uns von Hamburg nach England, Frankreich, Portugal, Marokko, ins Mittelmeer… vor allem aber führt er uns: aufs Wasser, an Bord!

Auf See

„Der wahre Frieden beginnt 1000 Seemeilen vom nächsten Land“, schrieb einst Joseph Conrad. Ganz so weit muss es für Detlef Jens nicht unbedingt sein, ihm reicht es, einfach dauerhaft an Bord zu wohnen. Und am liebsten in Europa unterwegs zu sein. Nach England, Frankreich, Spanien, Portugal, Marokko, zu den Kanarischen Inseln und in das Mittelmeer hinein. Darum geht es ihm: auf dem Wasser zu sein, mit dem eigenen Schiff unterwegs. Dorthin, wo die Freiheit wohnt, selbstbestimmt und unabhängig. Wo das Paradies auf Erden nahe ist.

Der Segeljournalist und Autor Detlef Jens wurde früh von diesem unheilbaren Virus befallen, der Sehnsucht nach dem Meer, wo er sich zuhause fühlt. Alle Versuche, an Land sein Glück zu finden, blieben von kurzer Dauer. „Liveaboards“ nennen die Engländer diese modernen Seevagabunden, von denen man in fast allen Häfen der Welt einige trifft. Ziellos, weil schon längst angekommen, und doch immer den Horizont fest im Blick. Und immer wieder die Leinen loswerfend, wenn die See wieder nach ihnen ruft. Jens war und ist einer von ihnen.

Detlef Jens berichtet von Reisen an den Küsten Europas, den Begegnungen und Abenteuern, Freuden und Leiden. Auch von den Versuchen, jemand an seiner Seite zu haben, die seine Lebensphilosophie teilt. Nicht immer gelang das. Und so endet sein intensives Reisebuch denn auch wieder im Norden, im Hamburger Hafen, an Bord eines festliegenden holländischen Plattbodenschiffes – ein Kompromiss auf Zeit?

Im Hafen

Jens’ zweites Buch – HAFENJAHRE – hat zwei Teile. Zunächst berichtet es vom Leben auf großen Wohnschiffen, vornehmlich im Hafen. Es geht darin um Liege- und Lebenszeit in Hamburg.

Der zweite Teil gibt weitere Einblicke – das Leben an Bord ist nicht immer romantisch und wunderbar, es ist manchmal auch mühsam und kompliziert. Vor allem ist es nicht einfach zu organisieren. Vieles ist zu erkunden und zu wissen, will man länger oder gar dauerhaft an Bord leben. Nur zwei Stichworte: Technik und Vorschriften. Doch auch in diesen zweiten Teil fließen Erlebnisse aus dem Bordalltag ein. Geschichten und praktische Überlegungen mischen sich so zu einem unterhaltsamen und zugleich hilfreichen Buch – aufschlussreich für alle diejenigen, die vielleicht darüber nachdenken, ob sie nicht auch einmal auf dem Wasser leben wollen.